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Dokumentation: "Terrorismus. Im Sog der Salafisten" verbunden mit dem Text "A General Theory of Subc

 

 

1. 10:07:00- 22:07.00: "The acceptability of an idea to oneself depends upon its acceptability to others. Converting the other is part of the process of converting oneself."("Die Akzeptanz einer Idee sich zu eigen zu machen, hängt von der Akzeptanz anderer ab. Den anderen zu bekehren, ist Teil des Prozesses, sich selbst zu bekehren."(Cohen, Albert K.: A General Theory of Subcultures, 1955, S. 55.): Der Islamprediger Pierre Vogel, der in einer normalen katholischen Familie aufwuchs, d.h. christlich geprägt ist, wuar von der Idee angetan, sich dem Islam anzuschließen und als Prediger aufzutreten. Unter seinen Anhängern, wird er von vielen akzeptiert und von islamistischen Gruppierungen unterstützt. Seine Anhängerschaft wuchs rasant. Heute geht er af "Deutschlandtournee" und predigt in allen großen Städten. Ihn selbst unterstützt das im Glauben, weshalb er seine "Predigttouren" intensivierte und auch seine Persönl. wurde gestärkt.

2. 43:50:00- 44:57:00: "We seek, if possible, solutions which will settle old problems and not create new ones. A first requirement, then, of a wholly acceptable solution is that it be acceptable to those on whose cooperation will we are dependent." ("Wir suchen mögliche Lösungen, um Probleme zu lösen, ohne dass neue entstehen. Die Notwendigkeit einer allgemein akzeptablen Lösung ist, dass sie von denen akzeptiert wird, auf denen sie gründet." (Cohen, Albert K.: A General Theory of Subcultures, 1955, S. 52.): Bezug zu sozialen Problemen (Arbeitslosigkeit etc.), die dazu verleiten, sich Gruppen anzuschließen, die Hilfe erhoffen lassen. Diese Lösung der Probleme muss innerhalb der Gruppe, der man sich anschließt festgelegt sein, v.a.von den Verantwortlichen.

3. 38:53:00- 43:18:00: "The members of the subcultural group are motivated to look to one another for those goods and services, those relationships of cooperation and exchange which they once enjoyed with the world outside the group and which now been withdrawn." ("Die Mitglieder der subkult. Gruppe kümmern sich gemeinsam um Güter und Service,Beziehungen und Kooperation, die sie einst mit der Welt außerhalb genossen hatten, die nun zerstört sind" (Cohen, Albert K.: A General Theoryof Subcultures 1955, S. 52.): Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stärkt und die Mitglieder Beziehungen zueinander aufbauen entsteht in den islamistischen Gruppierungen: das führt zu Stärkung geg. der "Außenwelt": Bezug zu Mädchen aus Österreich, die sich einer islamistischen Gruppierung anschlossen und für ihre Überzeugungen mit der Gruppe zum Kampf für ihre Rechte in den Krieg zogen. Hier passt auch der Satz:"What people do depends upon the problems they contend with." ("Was Leute machen, ist davon abhängig, mit welchen Problemen sie beschäftigt sind", d.h. in der "Außenwelt", im wahren Leben. Auch die Mädchen hatten sozial mit Problemen zu kämpfen.

4. 56:14:00- 57:22:00:"All these and other devices are familiar to us as the psychologists and psychoanalysts mechanism of adjustment- projection, rationalization, substitution etc." ("All diese und andere Mittel sind familiär bedingt wie der psycholog. und psychoanalyt. Mechanismus der Anpassung- Projektion, Rationalisierung, Ersetzung etc." (Cohen, Albert K.: A Theory of Subcultures 1955, S. 51.).: diese natürlichen Fähigkeiten führen dazu,dass Menschen sich noch schneller islamist. Gruppierungen anschließen. Bezug auf Bsp.mit Mädchen in der Doku etc.

5.  10:07:00-22:07:00: "What the actor sees and how he feels about what he sees depend as much on his "point of view" as on the situation which he encounters." ("Was der Handelnde sieht und wie er darüber fühlt, hängt von seiner Sicht in der Situation, in der er sich befindet." (Cohen: Albert K.: A General Theory of Subcultures, 1955, S.51.).: Überzeugung Pierre Vogels bei seinen "Predigttouren" und die Art, wie er Leute missioniert, die sich je nach Situation unterscheidet.

6.  35:36:00- 36:44:00: "But in dissent there is necessarily implied criticism, and he who dissents,in matters the group insiders important,inevitably alienates himself to some extend from the group and from satisfying social relationships." ("Aber in Widerspruch ist notwendigerweise Kritik impliziert, und derjenige der widerspricht, bei einer Sache, die den Gruppenmitglieder wichtig scheint, distanziert und entfremdet sich von der Gruppe und den "glücklichen" Beziehungen." (Cohen, Albert K.: A General Theory of Subcultures, 1955, S. 53.).: Verlassen von salafistischer Gruppe bei Ausübung von Kritik (s. Frau in Dokumentation, die aus Gruppe austrat und heute in einer Aufklärungsstelle über salaf. Gruppierungen arbeitet).

1.12.15 18:21, kommentieren

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 1. Übergangsriten (Les rites de passage)" von Arnold van Gennep

 Der Text "Übergangsriten (Les rites de passage)" von Arnold van Gennep beschäftigt sich mit dem Umgang und dem Verlauf von bestimmten religiösen Riten in verschiedenen Kulturen.

Zum Verständnis bedarf es zunächst einer Klärung des Begriffs der "räumlichen Übergänge":  Der Begriff "Raum" ist hier als eine Fläche zu verstehen, die nahtlos in eine andere übergeht, soalswürden sie sich überschneiden. Bei dem Wechsel von der einen Fläche in die andere, bedarf es keine speziellen Verpflichtungen oder Regeln einzuhalten, ein Übergang ist ohneweiteres möglich. Die Vorstellung der unterschiedlichen, klarvon einander abgrenzbaren Räume existiert rein imaginär. Als Beispiel kann hier die heutige Situation in der EU gesehen werden, nach der, nach Abschluss des Schengen-Abkommens es zwischen vielen Ländern an den Grenzen keine Grenzkonrollen mehr gibt- eine Überfahrt ist ohne weiteres möglich. Die klare Trennung zwischen den verschiedenen Ländern existiert nur noch imaginär aufgrund unseres Wissen über die geographische Anordnung der Länder in Europa.

In Bezug auf andere Bereiche wie z.B. "Religion", lagen aber in früherer Zeit schon sog. "magisch-religiöse" Grenzen vor: so durften Christen und Muslime oder Anhänger anderer Religionen sich ausschließlich innerhalb des Territoriums aufhalten, indessen Gebieten ihre Religion praktiziert wurde.

Das Territorium eines sog. "halb-zivilisierten" Stammes ist nur durch natürliche Landschaftsmerkmale gekennzeichnet, d.h. ohne explizite Grenzziehung, wobei die Einwohner genau wissen, in welchem Bereich sie Anspruch auf Leben haben.

In anderen Fällen wurden von Völkern die Grenzen ihres Territoriums durch einen Stein, Pfahl, oder heiligen Fels markiert, der der Überwachung einer heiligen Gottheit wie Hermes oder Zeus unterstand, wobei der Gott die Grenzüberschreitung bewachte.

Das durch die Grenzziehung in Besitz genommene Gebiet ist für die Bewohner zu einem heiligen Ort geworden. Ein Fremder würde durch sein Einreten in das Gebiet ein ähnliches Sakrileg begehen, wie derjenige, der als Uneingeweihter einen hl. Tempel. Denn der Fremde kann durch sein Eintreten sowohl die vorherrschende Gottheit entwürdigen, als auch die Gemeinschaft des Volkes in dem festgesetzten Gebiet negativ beeinflussen, oder zerstören,indem er dem Volk seine Regeln aufzwingt und sie seiner Kultur unterstellt. Er entwürdigt oder entheiligt die Gemeinschaft der Gläubigen bishin das er ihre sozialen Bindungen und Regeln bricht. Aber schon das Betreten des Fremden Landes kann religiös als Sakrileg gesehen werden. Auch ein Uneingeweihter kann durch sein Betreten des Tempels aus religiöser Sicht den Tempel und die Gegenstände darin entweihen und der Heiligkeit berauben, auch durch Missbrauch der Gegenstände. Bei halbzivilisierten Gesellschaften sind die Territorien weniger genau definiert, da z.B. die Besiedelung geringer ist, wie z.B. bei Völkern, die in Wüsten leben. Infolge Relativität des Sakralen, gehören für den der sich in der neutralen Zone zwischen zwei Gebieten befindet, die beiden angrenzenden Territorien der sakralen Sphäre an, für Bewohner beider Gebiete ist das Niemandsland sakral.

 Der Begriff "sakrale Sphäre" meint hier den Zustand der Heiligkeit in einem bestimmten Gebiet und das Gebiet/das Territorium den "Raum". Bei einem Wechsel von einer zur anderen Sphäre unterliegt man in einer räumlichen und magisch-religiösen Situation: diese Schwellenphase oder räumliche und symbolische Transitionsphase liegt mehr oder weniger ausgeprägt in allen Zeremonien vor, die den Übergang von einer magisch- religiösen Situation, oder von einer sozialen in eine andere begleiten: bei einem Übergang von einer magisch-religiösen Situation in eine andere kann z.B. die Konvertierung eines Moslems genannt werden, der sich zum christlichen Glauben bekehrt und somit die religiösen Riten und Brauche und Zeremonien der Christen übernimmt; als Wechsel einer sozialen Situation in eine andere kann ein beruflicher, durch Karriere implizierter Aufstieg in der Gesellschaft genannt werden, wobei man in jeder Gesellschaftsschicht anderen "Zeremonien"und "Vorgehensweisen" unterliegt.

Bei den Formen bei Riten können versch. Typen unterschieden werden, die auch geschichtlich zu erklärt werden können: im Altertum gab es Riten, bei denen Herrscher etc. zwischen Zweigen oder Ästen hindurch gehen, als Zeichen dafür, dass man die alte Welt verlässt und neue betritt. Diese Riten können auch als direkte Übergangsriten bez. werden. Riten können auch an Dorfgrenzen etc. vollzogen werden, wobei dabei die neutrale Zone immer kleiner wird. Bei der Grenze zwischen Häusern bilden alle Bestandteiled esTores oder der Tür eine Einheit. Und alle Bestandteile haben sakralen Charakter, nur die Riten sind unterschiedlich, so kann die Türschwelle bespritzt sein mit Blut oder reinigendem Wasser, die Türpfosten mit Blut oder wohlriechenden Substanzen etc. Die Metapher der "Tür" steht für die Grenze bzw. die Trennung zw. häuslicher und fremder Welt. Der Übergang in und aus dem Tempel bildet die Trennung zw. profaner und sakraler Welt, was z.B. bei Hochzeitsriten entscheidend ist. Bei einem Übergang gliedert man sich an die neue Welt an. Diese Schwellenriten etc. werden als Trennungsriten bezeichnet, die von alter Welt ablösen. Die durch zum Beispiel die Dareichung einer zeremoniellen Gabe zur Angliederung an die neue Welt dienen sollen, werden Angliederungsriten genannt. Die Riten an der Schwellenphasen sind keine Riten in eigentl. Sinn, siebereiten auf Trennung vor. Ihnen gehen noch Riten voraus, die auf die Schwellenphase vorbereiten. Riten, die zur Trennung von der alten Welt dienen: Trennungsriten. Die Riten, die innerhalb der Schwellenphase praktiziert werden, werden alsSchwellen- oder Umwandlungsriten bezeichnet. Wenn Gottheit zu groß und mächtig ist, sichern nicht Riten, wie Gebet und Opferung den Eintritt in neue Welt, sondern der Gott selbst auf spirituelle Weise. Dies sind indirekte Übergangsriten. Neben diesen Riten sind noch Riten zur Überquerung eines Gebirgspasses etc. als Übergangsriten zu nennen. Auch Riten des Hineingehens und Wartens an der Schwelle mit räumlichen und spirituellem Charakter. Darüber hinaus gibt esnoch spez. Initiationsritenin sog. Totemgruppen, die z.B. wie bei dem Volk der Kurnai einen Jugendlichen anWelt des Erwachsenseinsangliedern sollen,in dem z.B. bewusst der Kontakt zur Mutter abgebrochen und die Unterlassung aller Betätigungen seiner Kindheit verboten wird zur völligen Angliederung an Welt des Erwachsenseins.

Auf diese Weise gibt es nach wie vor viele Riten, die das Leben der Menschen und ihren soziales Beisammensein bestimmen. 

 

 2. "Theorie der Religion" von George Bataille

Der Text "Theorie der Religion" von George Bataille behandelt die Frage nach der Funktion von Religion und deren Aufbau. 

Ein Werkzeug, das in Hinblick auf einen bestimmten Zweck hergestellt wird, wird, wie alle Gegenstände durch unser Bewusstsein von der Welt des Subjekts ausgegrenzt. Es hat mit den Eigenschaften einer Person nichts gemein und gehört daher zur Welt des Nicht- Ich. Insofern gibt es eine Unterscheidung zwischen der Person und einer "äußeren Welt", in der sich alle von Menschen gemachten Gegenstände befinden. Das Werkzeug als Teil der äußeren Welt führt diese Welt ein, in eine Welt, in der sowohl das Werkzeug als auch die Person vorkommen. Die Person, das Subjekt, als diejenige der das Werkzeug verwendet partizipiert an dieser Welt. Das Werkzeug ist dem untergeordnet, der es verwendet. Der Wert eines Werkzeugs ist davon abhängig, ob es für entspr. Zweck verwendet werden kann. Der Sinn der Verwendung des Werkzeugs, d.h. der Grund, warum man es verwendet, ist gleichzeitig der Grund dafür warum man es hergestellt hat, es hat einen best. Zweck zu erfüllen. Herstellung und Anwendung des Werkzeugs greifen hier ineinander. Ein Prozess folgt hier dem nächsten: ein Stock lockert die Erde auf, um Wachstum der Pflanzen zu sichern, das Sichern des Wachstums soll eine gute Ernte bewirken. Die Absurdität eines unendlichen Verweisungszusammenhangs , scheint die ebenso gleiche Absicht eines wahrhaften Zwecks zu sein, derselber zu nichts mehr dienen würde. Wenn sich Wesen ohne Unterschiede zu anderen aufzuweisen, in sich verlieren und nur ihren Wert in sich selbst suchen, im Hinblick auf anderes, will nichts besagen. Der angefertigte Gegenstand ist in diese Welt eingedrungen, auf der sich die Wesen, auch Tiere etc. befinden, er ist das Eigentum und der Besitz des Subjekts, das es anwendet und hergestellt hat. Das Wissen von dem Objekt, dem Werkzeug das man selbst hergestellt hat rührt durch die eigene Anfertigung, man weiß wozu man es verwendet und warum man es angefertigt hat und man kann ähnliches wieder anfertigen, weil man es sieht, es gibt eine Vorstellung von seinem Sein, seinem Aussehen, da man es sieht. Diese Erkenntnis ist äußerlich. Über sich selbst weiß man nichts, man kennt zwar seine Eigenschaften, aber über tiefergehendeWesensmerkmale kannman nichts sagen, daher kann man nicht ein genausich ähnelndesWesen anfertigen, da man selbst nie weiß und nie gänzlichwissen wird, wer man ist. Dennoch gibt es  eine Sphäre, auf der die klar abzugrenzenden und unterscheidbaren Gegenstände zusammen mit allen Wesen (Tieren, Menschen etc.) angeordnet sind. Dadurch dass wir auch auf dieser Ebene stehen und uns mit anderen Menschen vergleichen können, können wir von außen feststellen, was uns von anderen Ween unterscheidet. Dazu müssen wir den anderen auf der Ebene mit den hergestellten Gegenständen erkannt haben. Jede Erscheinung nehmen wir deutlich von innen und außen wahr, als wesensähnliches Wesen im Vergleich zu anderen Menschen (die Frage ist hier wer bin ich aus meiner Perspektive?) und als Objekt (Frage: Wie werde ich von außen gesehen von anderen?) auf der Subjekt- Objektebene. Das Objekt bleibt aber konfus: alle Attribute über die Wesenszüge eines Menschen bleiben erhalten, man erfährt nur wenig mehr über die Person, die man tatsächlich ist und gilt als "normales", herkömmliches Objekt. Hier kommt es zu einer Transzendenz des Werkzeugs und die damit verbundene schöpferische Fähigkeit, wird dem Tier, der Pflanze zugeschrieben, es sind die Attribute des Weltganzen. Das Werkzeug selbst kann auf Subjekt- Objekt -Ebene untergebracht werden und bekommt durch seine Merkmale, Eigenschaften, Verwendungszweck die Attribute wie ein Subjekt, das sich deutlich von anderen unterscheidet. Es nimmt Platz bei den Tieren etc., die durch die Transzendenz des Objekts dem Kontinuum entzogen wurde, d.h. es wird Teil in der Kontinuität, der Gesamtheit der Welt. Es bleibt aber insofern wie zuvor getrennt, als das es von einem Menschen erdacht und erschaffen wurde.

Menschen, die die die Welt im Lichte kontinuierlicher Existenz sehen, schreiben ihr die Eigenschaft eines Dings zu, das fähig ist zu denken und zu handeln etc. wie sie selbst. So nimmt die Welt die Gestalt der isolierten Individualität und die der schöpfer. Macht an. Die Welt wird personifiziert. Bei der Vorstellung eines "höchsten Wesens" gibt es obj. Personalität. Tiere und Menschen werden zwar unterschieden, aber alle besitzen gleiche Eigenschaften sprechen dieselbe Sprache, können göttliche Eigenschaften aufweisen etc. Sie alle befinden sich neben dem "höchsten Wesen", das sich von der übrigen Welt unterscheidet, wobei auch ird. Wesen göttliche Züge aufweisen können.

Tiere konnten von sich aus keine Unterscheidung von ihrer Umwelt ausmachen- die Tiere waren etwas Besonderes, anders als das Übrige. Dies rief beim Menschen die Faszination der hl. Welt hervor. Der Mensch empfindet bei Opfer Schauer, das, was heilig ist, zieht sich an. Hier scheinen die Grenzen zw. hl. und profaner Welt zu verschwimmen. Die profane Welt, das von Menschen bevorzugte Gebiet. Die Gleichheit und Ungleichheit, die den Dingen, als Gegenstand entgegenges. ist, sind Geister. Das höchste Wesen ist der reine Geist eines toten Menschen, der durch den Tod die Abhängigkeit von der realen Welt entzogen wurde. ZwischendemGeist eines Tieres besteht eine loseVerbindung mit einem mythischen Geist, der unabh. von vorhandenen Realitäten ist. Der Mensch ist insofern heilig (göttlich), denn er besitzt als lebendiges Wesen einen Geist, der in zum Leben in der Realität fähig macht, dennoch besitzt er nicht die Souveränität eines Gottes. Gott ist ein Geist, der nicht aus den sterbl. Körper in der Wirklichkeit herrührt.Götter sind mythische Geister o. Substrat in der Wirklichkeit. Die irreale Welt der souveränen Geister ist der Gegensatz zu der realen Welt die von der Kontinuität durch das Subjekt ausgeprägt ist. Die Dinge, d.h.die Tiere und Pflanzen bilden die reale Welt, die von göttlichen Mächten beherrscht wird und ihnen unterworfen ist, es ist eine abgefallene Welt. Das Tier gilt als reines Ding und hat als solches die Ebenbürtigkeit und Würde des Menschen verloren. Der Mensch macht es vor dem Essen zum Gegenstand, das Tier partizipiert daran nicht. Der Leichnam des Menschen ist die vollendete Reduktion des Tierkörpers inf. des lebenden Tieres  auf den Zustand eines Dings. Das Tier ist der Welt strikt untergeordnet. Das Opfer dient dazu, um Dinge aus der Welt der Dinge zu entziehen. Opfern heißt preisgeben und geben bzw. Gabe und Preisgabe.

Auf diese Weise hängen Religion und Opfer zusammen.

 3. "Das Heilige und die Gewalt" (René Girard)

In dem Text "Das Heilige und die Gewalt" von René Girard geht es um das Verhältnis von Heiligem und Gewalt. 

Zunächst gilt es zwei Typen von Opfern zu unterscheiden: das Opfer als zutiefst heilige Sache, die es zu unterlassen, religiös gesehen, gravierende Folgen haben kann, d.h. z.B. die Vorstellung, man zöge durch das Unterlassen Gottes Zorn auf sich etc. und das Opfer infolge von Gewalt.

Hinter beidem verbirgt sich der Widerspruch, dass religiös gesehen alles heilig ist und etwas zu töten verbrecherisch ist, das Opfer aber bes. heilig ist, so dass es getötet wird. Opferung und Mord sind verwandt ebenso wie zw. Opferung und Gewalt ein best. Verhältnis besteht. Gewalt wird oft als "irrational" bezeichnet. Der Gewalt mangelt es nie an Beweggründen, es gibt immer einen Zweck. Gewalt findet auch immer ein Ersatzopfer.Es werden hauptsächlich die Tiere als Opfer dargebracht, deren Leben nicht als notwendig erachtet wird. Die Tötung dient zum Schutz der wertvollen Tiere, die als Opfer dargebracht werden. Die wertvollen Tiere werden so auch vor den anderen geschützt. Hier liegt die Hypothese der Stellvertretung vor, anstelle eines "heiligen" Tieres stirbt ein "unheiliges" um Leben des Wertvollen nicht zu gefährden. Die Gesellschaft ist ein wertfreies Opfer. Die Eigenschaften, wie blindeBrutalität sollen der Gewalt Schrecken verleihen. Gewalt kann nicht betrogen werden, wenn nicht etwas zum Fra vorgeworfen wird. So nimmt Gott in der biblischen Geschichte Abels Opfer an und Kains nicht, woraufhin Kain seinen Bruder tötet. Ein typisches Beispiel für Opferstellvertretung und Gewalt überlisten findet sich bei Jakobs Segnung durch Isaak. Hier liegen 2 Typen der Opferstellvertretung vor: die des einen Bruders durch anderen und die des Menschen durch Tier. Bei ersterer gibt sich Esau als Segnender aus und bei der anderen gibt sich Isaak durch eine List so aus, als wäre er das Opfer, woraufhin Jakob in bittet ihn zu segnen. Das geopferte Tier steht hier zw. den Menschen. Opferstellvertretung ist mit Verkennung verbunden- solange der Opferkult lebendig ist, kann die Opferung die Verschiebung auf der sie beruht nicht offenkundig machen. Die Figur des Jakob kann als Beispiel für einen listenreichen Verkehr gesehen werden, der mit der mit dem Opferkult verbundenen Gewalt verknüpft ist. In der Sage der Odysee lastet eine Bedrohung auf dem Helden Odysseus, welche in der Genesis eher im Dunkeln bleibt. Dort liegt der in der Odysee leicht unbemerkteOpfercharakter auf der Opferung der Böcklein und der Darbietung des köstlichen Essens.Von Gott wird angenommen, er fordere Opfer als Beweis dafür, dass die Menschen an ihn glauben und ihm vertrauen.Das Opfer wird von allen und für alle Mitglieder der Gemeinschaft dargebracht. Es schützt sie durch die rituellen Handlungen mit dem Opfer vor ihrer eigenen Gewalt. Es lenkt die Gemeinschaft auf andere Opfer außerhalb ihrer selbst. Andere werden als Opfer von ihr anvisiert. Die Zwistigkeiten in einer Gesellschaft werden in dem Opfer gebündelt, das leiden oder sterben muss zum Schutz der Gemeinschaft. Im Judentum und klassischen Antike wurden Tiere als Opfer dargebracht. Aber es gibt auch Beispiele für menschliche Opfer. Als Beispiel kann hier die "Medea" des Euripides angeführt werden: Medea wird von ihrem Geliebten Jason verlassen. Sie bittet einen Knaben diesen von der Mutter fernzuhalten, doch anstelle des eigenen Objekts lenkt sich ihr Hass auf alle ihre Kinder, wobei alle sterben. Hier steht der Kindermord in religiösem Kontext. Medeas Tat für den rituellen Kindermord ist im Mythos des Aias die Niedermetzelung der Herden für die Opfertiere. Medea bereitet den Tod der Kinder so vor, wie ein Priester seine Opfer. Alle die Zeremonie gefährden könnten, sollen gehen. Wird dieses Bedürfnis der Gewaltausübung nicht gestillt, entlädt es sich bishin zum Tod vieler Menschen. Mensch- und Tieropfer sind nicht eindeutig trennbar, aber es gibt ein System nach dem nur bestimmte Menschen getötet werden, um die anderer Kategorien oder Angehörige anderer Gesellschaftsschichten zu schützen. Diese Teilung des Opfers in die Kategorien "Mensch" und "Tier" hat, religiös gesehen, selbst Opfercharakter- das Opfer in sich selbst, wobei die Meinung vorherrscht dass Tier- im Vergleich zu Menschenopfern besser geeignet seien. Die Opfer müssen, um ihre Wirkung zu erfüllen und wie die ursprünglichen vorg. Opfer, ihnen ähneln, damit die Gewalt sie ins Visier nehmen kann. Allerdings kann sie nicht bis zur Unverwechselbarkeit ausarten. Die Verwechslung mit nicht opferbaren Kategorien muss ausgeschlossen werden. Bei Tieren ist diese Unterscheidung eindeutig, bei Menschen eher weniger, da sich viele vom Aussehen her doch stark ähneln. Ein König der selbst über allem hoch erhöht steht (z.B. in afrikan. Königreichen) ist für einen Angriff durch seine erhöhte Stellung besonders anfällig. Zw. der Gemeinschaft und rituellen Opfern fehlt jeder Typus sozialer Beziehungen: ohne klare Kenntnis der Persönlichkeit des anderen wendet ein Individuum Gewalt gegen ein anderes an, wobei die nächsten Verwandten sich verpflichtet fühlen, die Angehörigen des Täters aus Rache zu töten. Diese Kette von Gewalt setzt sich in dieser Weise immer so fort. Der Ritus ist sowohl religiös- heilig als Opfer für einen Gott, als auch als eine Handlung, die den Tod eines Menschen galt, die ersetzt werden muss, zu verstehen. Sie ist auch das für die Wahl des Opfers maßgebliche Kriterium.

Die Fkt. des Opfers ist es, durch den Tod eines Opfers (Mensch o. v.a. Tier), das stellvertretend für die fortschreitende Gewalt dargebracht wird, diese durch das Opfer zu ersetzen und Konflikte zu verhindern. Das Opfer ist in diesem Sinne auch ein Mittel gegen die Gewalt in religiösen Gesellschaften, da es diese durch Opferung besänftigt. und es hilft Menschen ihre Rache im Zaum zu halten, die durch die Opferung auf das Opfer gelenkt wird. 

Auf diese Weise dienen Opfer auch heute noch als nützliches Mittel, um Gewalt zu verhindern. Beides, Opfer und Gewalt, hängen aber untrennbar zusammen.

 

 

 

17.11.15 12:55, kommentieren